Indienreise – Olympus E-M1 OM-D (5)

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Seitdem ich wirklich ernsthaft fotografiere und damit auch Geld verdiene, hatte ich immer nur große und vor allem schwere Vollformatkameras in der Hand. Angefangen mit der D700, dann schließlich bei der D800 geblieben und diese lieben gelernt.

Der Hype der kleinen, leichten und dennoch professionellen spiegellosen Systemkameras ist immer gut an mir vorbei gegangen. Viele Kollegen wechselten zu einer professionellen aber kompakten Alternativ von Fuji, Olympus oder Sony. Meine Tasche hingegen, wurde mit jeder neuen Linse schwerer und immer öfter ertappte ich mich dabei, dass ich ebenfalls mit dem Gedanken einer kleineren Kamera spielte.

Olympus Deutschland hat sich glücklicherweise sofort bereit erklärt, mir eine Olympus E-M1 OM-D zusammen mit dem 12-40mm Objektiv mit auf die Reise nach Indien zu geben. Da stand ich nun also am Flughafen, zum ersten Mal mit einer kompakten Kamera in der Hand, fühlte sich ganz schön ungewohnt an, soviel kann ich hier vorwegnehmen.

Im folgenden Text werde ich euch keinen pixelgenauen Testbericht liefern, sondern meine persönlichen Erfahrungen mit der Kamera niederschreiben. Ein kleines bisschen technisch wird es dennoch, wer darauf verzichten mag, der schaut sich einfach die Bilder unten an, diese sind allesamt mit besagter Kamera entstanden.

 

Ausstattung

Neben der praktischen Größe und dem wirklich schönen Gehäuse ist der eingebaute 5-Achsen Bildstabilisator, eines der Hauptargumente für diese Kamera. Hiermit ein verwackeltes Bild zu schießen ist wirklich nicht so leicht. Selbst in schnellen und hektischen Momenten, schafft es die Kamera die Bewegungen auszugleichen und ein scharfes Bild aufzunehmen. Funktioniert wirklich erstaunlich gut!
Fotografiert man jedoch durch den digitalen Sucher, hört man den Stabilisator auch deutlich arbeiten. Nicht so laut das es andere Leute drum herum hören könnten, aber mich selbst hat es gerade in sehr ruhigen Momenten schon deutlich irritiert.

Der digitale Sucher ist ein gutes Stichwort, für mich ja nach wie vor Fluch und Segen zugleich… In hellen Outdoor Situationen schätze ich einen klaren optischen Sucher einer SLR sehr. In dunklen oder sehr hektischen Momenten, ist es jedoch total hilfreich wenn direkt im Sucherbild alles angezeigt wird. Zum einen wird das elektronische Bild bei Dunkelheit aufgehellt, zum Anderen siehst du nach der Aufnahme das fertige Bild für wenige Sekunden auch direkt dort im Sucher. Die Kamera muss also nicht extra abgesetzt werden um die Belichtung kontrollieren zu können.

Ansonsten hat die Ausstattung der Kamera fast alles zu bieten. Staub- und Spritzwasser dicht, sehr hochwertiges Metallgehäuse, WLAN, und so weiter und sofort. Das Einzige was ich wirklich vermisst habe, war ein zweiter Speicherkartenslot. Dieser ist zur Sicherheit für Backups schon wirklich praktisch. Auch das Display an der Kamera ist hervorragend, groß genug, satte Kontraste die auch bei heller Umgebung alles gut erscheinen lassen und ein sehr praktischer Klappmechanismus. So habe ich das Klappdisplay gerade in engen Gassen wie den Marktstraßen oder im Bus genutzt, um unauffällig aus der Hüfte mein Bildausschnitt wählen zu können, ohne dabei eine Kamera vor dem Gesicht haben zu müssen. Zusammen mit dem natürlich sehr leisem Auslöser absolut großartig! Für Streetaufnahmen und Reisebilder definitiv schon jetzt ein klarer Vorteil für solche Kameras.

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Bedienung

Trotz der sehr handlichen Größe, lässt sich die Kamera wie eine große SLR bedienen. Zwei Rädchen für die rechte Hand, die Möglichkeit der Touchbedienung am Display, sowie diverse praktische Hebel und Knöpfe um alles wichtige direkt ohne Umwege übers Menü umzustellen. Vor allem der Kippschalter auf der Rückseite ist unheimlich praktisch. Betätigt man diesen Hebel, kann man fast alle Knöpfe mit einer zweiten Funktion belegen. Wie praktisch ist das bitte?! Ich möchte das umgehend an jeder neuen Kamera sehen, denn umständliche Umwege über versteckte Menüs gehören damit der Vergangenheit an. Auch das Umschalten zwischen manuellem Fokus und dem Autofokus mittels dem zurückziehen des Fokussierrings empfand ich als unheimlich praktisch. Wenn die Kamera in den manuellen Fokus gesetzt wurde, wurde im Sucher auch direkt das „Focus peaking“ aktiviert, welche die Fokussierung deutlich vereinfacht.

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Bildqualität

Die meisten Zweifel hatte ich natürlich in dem Punkt der Bildqualität. Können Bilder einer Kamera mit einem solch kleinen Sensor wirklich mit den Ergebnissen einer Vollformatkamera mithalten? Ja, können sie! Es können quasi die selben ISO Werte erreicht werden, der Autofokus ist blitzschnell, und Objektive werde auch mehr als genug angeboten. Ich bekam ein 12-40mm f2,8 Objektiv mit, welches eigentlich ein top Objektiv ist. Dennoch habe ich gemerkt, wie gewohnt ich es doch bin mit Festbrennweiten zu arbeiten. Der relativ große Zoombereich hat dazu geführt, dass ich oft gar nicht so ganz genau wusste welche Brennweite ich denn nun eigentlich möchte. Hier würde ich beim Kauf auf eine hochwertige Festbrennweite setzen.

Alle Bilder habe ich als Raw gespeichert und anschließend mit Lightroom bearbeitet. Die Bilder bieten einem natürlich nicht ganz so viel Dynamikumfang wie ich das von der D800 gewohnt war, trotzdem bin ich mit den Ergebnissen vollkommen zufrieden. Ich könnte mir also auch durchaus vorstellen mit dieser Kamera Hochzeiten und Portraits zu fotografieren.

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Fazit

Zugegeben ein bisschen habe ich mich schon verliebt, hochauflösende und scharfe Raw Bilder aus einer kleinen kompakten und sehr leichten Kamera. Die Bedienung, die Haptik und die Bildqualität wirkten rundum sehr professionell. Und trotzdem verkaufe ich mein Equipment nicht direkt und bleibe bei meiner gewohnten Kamera.

Die wenigen Vorteile meiner D800, wie ein zweiter Speicherkartenslot, ein optischer Sucher und dieses manchmal schon störende aber auch schöne Geräusch beim Auslösen, möchte ich derzeit einfach nicht aufgeben. Wer jedoch viel Wert auf eine leichte, kleine und leise Kamera legt, der wird mit der E-M1 viel Freude haben! Persönlich hätte ich momentan gerne eine zweite kleine Kamera für private Ausflüge, für diesen Zweck muss es aber keine so professionelle Kamera wie diese sein. Hier würde mir auch die deutlich preiswertere Olympus E-M5 ausreichen. Denn der ganze technische Schnickschnack ist zwar schön und oft hilfreich, macht die Bilder aber auch nicht von allein.

So nun aber genug der Technik, wenn ihr noch irgendwelche Fragen habt, stellt diese gerne in den Kommentaren. Ansonsten viel Spaß mit den letzten Indienbildern. :)

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Und damit kann ich mich in den kommenden Beiträgen dann auch erstmal wieder Bildern aus der Heimat widmen…

5 Kommentar

  1. Moin Pablo, vielen Dank für das Zeigen der interessanten Bilder. Ich habe mir gerade noch einmal alle vorigen Indien-Artikel angesehen, wirklich toll! Zum Bericht über die Olympus: Ich finde, wenn man so viel Geld für eine „Kleine“ ausgibt, muss sie irgendwie das gewisse Extra haben, sonst tut es auch ein günstiges Modell. Bei mir ist das übrigens die FujiX100s, die mich z. B. nie vor die Entscheidung stellt, welche Brennweite ich einpacke ;-). Klein, gute Bildqualität, echter Quiet-Modus ;-) und harmlos im Anblick, was auf der Straße von Vorteil ist.
    An der Olympus ist das Klapp-Display ein großer Pluspunkt, vor allem, wenn man es so einsetzt wie du es beschrieben hast. ;-)

    LG, Conny

  2. Toller Bericht, tolle Reise und tolle Bilder! Echt gut!
    Hast du alle hier geposteten Bilder mit dem 12-40mm gemacht?
    LG,
    Simon

Kommentare sind geschlossen.