600m Longboard

Heute erzähle ich euch eine Geschichte:
Mein Mitbewohner äußerte vor ein paar Wochen mal den Wunsch, sich draußen mehr zu bewegen. Er überlegte hin und her, was ihm wohl am meisten Spaß machen würde. Angefixt durch diverse Videos im Internet kaufte er sich dann am Montag sein eigenes Longboard! Mit 300€ griff er direkt etwas tiefer in die Tasche um von dem Board auch etwas mehr zu haben.
Am Dienstag (einen Tag später) besuchte er uns in der Uni, vermutlich wollte er einfach sein Board zeigen, dank Feiertag konnten wir auf dem glatten Boden des Flures im Informatikum fahren. Alle fanden es geil, alle standen mal drauf, nur ich fuhr natürlich direkt eine fette Macke rein.
Ich rutschte nach hinten weg, und das Board flog gekonnt und zielsicher gegen die Kante der Feuerschutztür.

Ich hatte ein verdammt schlechtes Gewissen und Tien fand es verständlicherweise auch nicht gerade schön. Unglücklich gelaufen Pablo… Aber wer so ein Scheiß veranstaltet muss auch dafür gerade stehen.
Ich bot ihm also an, mir das selbe Board neu zu kaufen um im Gegenzug sein altes neues aber kaputtes Board selbst zu nehmen. Natürlich hätte ich ihm auch nur ein neues Deck kaufen können, dies kostet alleine aber schon 200 Euro, warum also nicht noch etwas mehr drauf legen um gemeinsam durch die Stadt zu fahren?

Wieder einen Tag später (Mittwoch) fuhren wir direkt aus der Uni zum besten Skaterladen Hamburgs und kauften direkt das selbe Board ein zweites Mal.  Wie bereits gehabt, 300€ gegeben und ein geiles Board bekommen!

Jetzt wollte ich natürlich auch ein bisschen durch die Stadt fahren. Vermutlich sind die Wege nirgendwo besser und leerer als abends in der Hafencity! Boards in den Kofferraum und auf direktem Wege in Richtung Elbe gefahren.
Auf die Boards gestiegen und schöne 600 Meter bis zur Elbphilharmonie gefahren, auf der Brücke dorthin fiel mir noch die große Lücke zwischen Erdboden und Geländer auf, da passt jedes Board problemlos drunter durch und ich sagte mir innerlich “pass bloß auf Junge, wenn es darein fällt ist es sofort weg!”. Ich hatte den Satz noch gar nicht komplett zu ende gedacht da standen wir vor einer schönen leeren, glatten Abfahrt. Ein Traum für Skater Anfänger wie uns! Es gab genau eine einzige Möglichkeit, schließlich wollten wir beide da runter fahren, entweder wir kriegen die scharfe Kurve unten perfekt und fahren lässig um die Kurve (leider völlig ausgeschlossen!), oder wir springen auf der Hälfte der Abfahrt vom Board um schlimmeres zu verhindern.

Während wir so darüber nachgedacht haben, rollten wir wie zwei 12 jährige bereits in Richtung  Abgrund. Ab diesem Moment ging alles blitzschnell…

Ich bekam auf der Hälfte Angst und sprang nach vorne ab, mein Board überholt mich links und fuhr direkt in Tiens Fahrbahn, er (bereits viel zu schnell zum ausweichen) fährt voll drauf, gerät ins straucheln und springt ebenfalls ab. Ich renne weiter den Boards hinterher, Tien rennt noch zwei Meter und fällt schließlich direkt auf den Asphalt. Da ertönt auch schon das erste “PLATSCH”, mein Board war auf direktem Wege abgetaucht.

Doch absolut keine Zeit um drüber nachzudenken schließlich rollte Tiens Board weiter in Richtung Brücke vom Elbanleger. Wir dachten beide das wir jetzt gewonnen haben, denn am Anfang der Brücke ist eine nicht unerhebliche Erhebung im Boden wo das Brett erstmal drüber fahren musste. Lächerlicher Gedanke das Board fuhr ohne auch nur ein kleines bisschen abgebremst zu werden locker drüber. (Hätten vielleicht doch am Kugellager sparen sollen!)
Während ich hinterher rannte, wippte das Board schon halb über die Kante. Wieder dieses Siegesgefühl in unserem Kopf, denn die Räder hatten sich leicht am Geländer verkantet und mir fehlten nur noch 10 Zentimeter bis ich meine Hand an dem Brett hätte. Erneut zeigte sich die Qualität der Kugellager und der leicht gängigen Räder und auch Tiens Board folgte meinem mit einem lauten “PLATSCH” auf den Elbgrund.

Warme Sommerluft, T-Shirt Wetter, Sonnenuntergang an der Elbe und zwei Informatiker halb weinend, halb lachend auf der Brücke sitzend.

Selten wurde ich vom Schicksal (und meiner eigenen Dummheit) dermaßen gebeutelt.

Wenigstens lernte ich aus der Sache eine ganze Menge. So werde ich z.B. nie wieder einen Fuß auf ein Board setzen, und stattdessen meine “Frei”-Zeit voll in die Fotografie stecken.

Eine Gesichte die man eigentlich gar keinem erzählen darf… Ich hoffe ihr könnt trotzdem ein bisschen drüber lachen!
Und vielleicht habt ihr ja sogar ein bisschen Mitleid mit uns Vollidioten. <3


Tiens Version der Geschichte könnt ihr hier in seinem Blog finden!

Und hier noch Menschen die deutlich besser können:

flattr this!

32 Kommentar

  1. OMG. Schön, dass eure Blödheit mich hier so nachhaltig in schallendes Gelächter versetzt hat! :D
    5€ für jeden von euch. :)

  2. Oh man. Und die Boards schwimmen auch nicht?

    Aber nicht gleich aufgeben. Daraus lernen und das nächste Board nicht direkt mit ans Wasser nehmen! :P

  3. Pablo Mensch, was machst du für einen Unfug?

    Sehr unterhaltsame Geschichte und auf jeden Fall eine Belustigung!
    Aber ganz ehrlich? Jeder hat schon derartige Geschichten erlebt, bei mir war es das antäuschen, meinen Perso in den Aktenvernichter zu schieben… doofe Lichtschranke, sag ich dir. Unheimlich, wie schnell so ein Gerät aus dem Schlafmodus erweckt.

  4. Lustige Geschichte. Lachte laut weil ich die Bilder direkt vor mir hatte :)
    Aber jetzt ehrlich mal. Ich kann es, als selber Boardfahrender, echt nicht verstehen wie man sich a. direkt nen 300€ Hobel kaufen kann und b. ohne warscheinlich auch nur Fussbremse oder Brett Notstoppen zu können direkt ab in die Stadt nen Gefälle runter macht. Aber klar, man will ja direkt einen cool auf longboarding machen, ist ja schwer hip momentan. Sowas wie die Macke passiert schonmal, das ist Pech, aber der Rest ist schon fast provoziert. Sorry Pablo :)

  5. Oh man Pablo… direkt einen Abhang runter?
    War ja irgendwie klar, dass das an der Elbe passieren kann und wird.
    Echt doof gelaufen die komplette Geschichte… Zumindest konntet ihr darüber Lachen.

  6. Hahahahahaha (tut mir Leid). Und ich erinnere mich noch, wie du letztens gesagt hat “wenn ich so ein teures Board haette, und es irgendwie ins Wasser fallen wuerde, wuerde ich sofort hinterher springen! Das sind mindestens 200-300 Euro!” ….Schade…. Schade… 600Euro einfach weggeschmissen :P

  7. Ich weiß partout nicht, warum ich nicht in einem Lachanfall eines Berserkers bin, würde eigentlich zu meiner Natur passen.

    Ich finde die Geschichte nicht lustig, leider…
    Ich bin froh das keiner von euch schwimmen gegangen ist und ich hoffe ihr habt draus gelernt, schade um das Geld aber Geld ist nun mal nicht alles, da sind eure beiden Zeitweise Hohlen Häupter doch noch mehr Wert als der Untergang der Long Boards.

    Gruß Steph

  8. Warum ist keiner hinterhergesprungen? Bei immerhin 2*300 Euro lohnt sich das schon (aber dann hätte ich hier wahrscheinlich gelesen, dass eure beiden iPhones im Arsch sind ^^)

    • Hinterherspringen wäre unnütz, die Decks sind bei dem Wasserkontakt eh über den Jordan…
      Na gut, Rollen und Trucks haben auch was Wert. Das hätte vielleicht gelohnt ;)

      • Aber die Elbe ist super schmutziges Brackwasser und garantiert tiefer als 3-5 Meter.
        Außerdem sieht man bei dem Wasser nach einem Meter vermutlich gar nichts mehr aus Dunkelheit.

        Haben wir doch auch überlegt, aber keine Chance.

        • Genau!
          Wer hat Dir dat denn erzählt?
          Wenn Du kein Ahnung hast: Einfach dat Maul Halten!
          Es wurden schon mehr Boards in der Elbe versenkt und zu Teil auch gerettet!
          (Doch noch nie soooo bescheuert!)
          Doch wer fahren will MUSS erst dat bremsen üben bevor er sich in den Strassenverkehr wagt!
          Lasst einfach die Finger vom Longboarden!
          Solche Deppen braucht der Sport nicht auch noch!

          Und die Spenden Aktion, ist echt frech bei so fahrlässigem Vehalten!
          Ne Arschvoll dazu hättet ihr verdient!

          Ahoi Stoked

          • In den Hamburger Hafen springen? Vielleicht für einen Menschen, aber niemals für Zeug! Dreck, Strömung, Tiefe… Du weißt nie, wie sich das Wasser genau dort verhält, wo Du eintauchst. Bei dem Glück der beiden beiden gilt wahrscheinlich “dumm, dümmer, tot”.

      • Öhm @ Marc VM , NEIN die Bretter sind nicht bei Wasserkontakt über den Jordan, das ist absoluter Schwachsinn! meine Bretter sind schon so öft gewässert worden und sie sind immer noch 1a !

        @ STOKED , einfach zu sagen, lasst die Finger vom Longboarden ist auch nicht das richtige . . . jeder hat mal klein angefangen, sie haben immerhin 600 Schleifen ihrem lokal Dealer in den Rachen geworfen!!! Aber dennoch war deren Aktion echt fahrlässig!

        Ich finde diese Spendenaktion auch mega dreist, jeder kann sich so eine dumme Geschichte ausdenken und einen Spendenbutton drunter setzen, wer hier Spendet ist viel zu Gutgläubig und jenseits von gut und böse . . .

        MfG

        Moooo

  9. Herzhaft gelacht beim lesen, auch wenn total unangebracht. Wenn ihr über Euren Spendenbutton genug Geld zusammen habt, kauft ihr dann wieder neue Boards? Wäre Bedingung für meine Spende :-)

    • Das ist mein Plan!
      Ich werde, nur weil es einen Rückschlag gab, nicht davon abweichen!

      • Ok ich spende dir auch Geld, damit du dein nächstes Longboard im Rhein versenken kannst!!! NNNEEEIIINNN !!! pure Abzocke!!! Kauf die von deinem eigenen Geld ein Brett und schnorr dir hier nix zusammen!!! oder kauf die nen billiges gebrauchtes Globe für 50 tacken das is grade gut genug für die nächste Notwasserung!!!

        BLOß NICHT SPENDEN!!!

  10. Ooobergeil! Zum Weglachen! :D Schade um das Geld und die Boards, aber die Story ist der Hammer!

  11. Also, mal ganz im ernst,
    Ihr könnt froh sein dat dat so gut ausgegangen ist!
    Da hätten ganz schnell auch Personen verletzt werden können. Eine Spende habt ihr für diese Aktion auf keinen Fall verdient!
    Leider NICHT Geil!
    Lasst bloss die Finger vom Lonboarden!

    Ahoi stoked

  12. Man kauft sich ja nicht zum anfangen ein Board für 300 €

    und dann fährt man auch nicht Straßen runter, bei denen man eh schon weiß dass das einen schon zu krass wird. Man kann beim Longboard nicht einfach raufsteigen und nur weil man ein paar meter fahren kann ohne hinzufallen das man gleich sowas runterfährt. Ich fahr jetzt ca. 5 Wochen und üb erst alles Slides bevor ich richtig Downhill fahre. Seid froh dass nur eure Longboards kaputt sind, hätte auch gans böse ausgehen können.

  13. Shit. Aber amüsante Geschichte und gut erzählt. Leider für einen zu hohen Preis.

  14. Oh nein, ihr Armen!! Hätte man nicht vllt noch hinterherspringen können?? Aber an sowas denkt man ja auch erst, wenn es zu spät ist.
    Dann wünsche ich dir fotografie-technische gesehen alles Gute!
    LG

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